Martina kam von einer anderen Seite zum gleichen Problem.
Sie hat selbst als Sicherheitsbeauftragte im produzierenden Gewerbe angefangen. Keine Einarbeitung, kein Mentor, kein Plan. Nur ein Zertifikat und die vage Erwartung, dass sie jetzt "irgendwas mit Sicherheit" macht. Und schnell festgestellt: Viele der anderen SiBes wussten gar nicht, was sie tun können. Oder taten schlicht nichts. Und sie fragte sich: Warum bestellt man Menschen für eine Aufgabe – und lässt sie dann komplett allein?
Später, als Gesundheitswissenschaftlerin machte sie die Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit. Nicht für den Lebenslauf. Sondern weil sie überzeugt war: Wer Gesundheit im Betrieb ernst meint, muss bei der Basis anfangen.
All die Gesundheitsprogramme, Workshops und Aktionstage? Bringen wenig, wenn die Basis fehlt. Wenn Arbeitsschutz nur Dokumentation ist. Wenn Sicherheit als Störfaktor gilt statt als gemeinsame Aufgabe. Und diese Basis sind die Menschen, die jeden Tag auf der Fläche stehen. Die Sicherheitsbeauftragten.