22.10.2026
Wie oft müssen Sicherheitsbeauftragte nachgeschult werden?
Autor: Dario Ostfechtel
Die Antwort vorweg: Eine feste Frist steht in keinem Gesetz. Die BGN empfiehlt eine Fortbildung alle drei Jahre, die DGUV nennt drei bis fünf Jahre. Ich halte beides für zu lang, wenn zwischen den Seminaren nichts passiert.
über den Autor
Dario Ostfechtel
Geschäftsführer & Experte für Sicherheitsbeauftragte
Dario Ostfechtel ist Sicherheitsingenieur und Geschäftsführer von safellows, einer Unternehmensberatung, die sich auf die Ausbildung und das Training wirksamer Sicherheitsbeauftragter spezialisiert hat.
Was in den Vorschriften steht
§ 22 SGB VII regelt, wann ein Unternehmen Sicherheitsbeauftragte bestellt. § 23 SGB VII sagt, dass die Unfallversicherungsträger für die Aus- und Fortbildung sorgen und die Kosten ihrer Seminare tragen. Der Lohn läuft in dieser Zeit weiter. Die DGUV Vorschrift 1 verlangt in § 20, dass du deinen SiBes Gelegenheit gibst, an diesen Seminaren teilzunehmen. Einen Abstand in Jahren nennt keine dieser Vorschriften.
Für die Grundausbildung gibt es seit Juni 2025 den DGUV Grundsatz 311‒004. Er beschreibt, was SiBes nach der Ausbildung können sollen. Für die Fortbildung gibt es so etwas noch nicht.
Woran du merkst, dass deine SiBes eine Auffrischung brauchen
Achte im Alltag auf diese Situationen:
- Bei der letzten Begehung hat dein SiBe nur zugeschaut.
- In seiner Abteilung weiß die Hälfte nicht, dass er SiBe ist.
- Seit Monaten kam von ihm keine einzige Meldung über einen Beinaheunfall.
- Er sagt Sätze wie „Mich fragt ja eh keiner.“
- Im Bereich steht eine neue Maschine, und er kennt die Gefährdungsbeurteilung dazu nicht.
Trifft einer dieser Punkte zu, ist die Jahreszahl der letzten Fortbildung egal.
Warum ein Seminartag selten reicht
Als Head of HSE hatte ich einige SiBes. Ich habe sie ab und zu beteiligt, einen festen Platz in meiner Arbeit hatten sie nicht. Ihre Bereiche habe ich vielleicht zweimal im Jahr gesehen. Ein Auffrischungsseminar alle drei Jahre hätte daran wenig geändert.
Ein Seminar frischt Wissen auf. Ob dein SiBe mit seinen Kollegen ins Gespräch kommt und ob er im Betrieb einen festen Platz hat, entscheidet sich danach, an seinem Arbeitsplatz.
Was zwischen zwei Seminaren passieren sollte
Hol deine SiBes regelmäßig zu einem SiBe-Treffen zusammen, mit einem echten Fall aus eurem Betrieb. Nimm sie mit zur Begehung und zur Gefährdungsbeurteilung in ihrem Bereich. Gib ihnen ein festes Zeitfenster in der Woche. Und frag nach, was sie seit dem letzten Treffen gesehen haben.
Häufige Fragen zur Nachschulung
Muss ein Sicherheitsbeauftragter regelmäßig zur Fortbildung?
Gesetzlich ist keine Fortbildung vorgeschrieben. Die Berufsgenossenschaften empfehlen sie alle drei bis fünf Jahre.
Wer bezahlt die Fortbildung?
Seminare der Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse bezahlt der Unfallversicherungsträger, der Lohn läuft weiter. Bei externen Anbietern trägt das Unternehmen die Kosten.
Verliert die Ausbildung zum Sicherheitsbeauftragten ihre Gültigkeit?
Nein. Die Grundausbildung und die Bestellung laufen nicht ab.
Darf die Fortbildung online stattfinden?
Ja. Die BGN bietet sogar die Grundausbildung als gleichwertiges digitales Format an.
Dein nächster Schritt
Wenn du wissen willst, wo deine SiBes gerade stehen, mach den SiBe‒Systemcheck. Und wenn eine Fortbildung ansteht, schau dir an, wie wir sie bei safellows aufbauen: mit sechs Monaten Begleitung im Betrieb.