In unserer Arbeit mit Industrieunternehmen sehen wir immer wieder das gleiche Muster. Sicherheitsbeauftragte starten mit Engagement. Dann stoßen sie auf Widerstände, für die sie nicht ausgebildet wurden.
Ein Sicherheitsbeauftragter spricht einen Kollegen an, der keine Schutzbrille trägt. Der Kollege winkt ab. Die Führungskraft reagiert nicht. Beim nächsten Mal spart sich der Sicherheitsbeauftragte das Ansprechen. Nicht aus Faulheit. Sondern weil er gelernt hat, dass es nichts bringt.
Oder: Eine Sicherheitsbeauftragte meldet einen Mangel. Der Mangel landet in einer Liste. Wochen später hat sich nichts getan. Beim nächsten Mangel denkt sie sich: Wozu melden, wenn ohnehin nichts passiert?
Das sind keine Motivationsprobleme. Das sind Strukturprobleme. Die Sicherheitsbeauftragten erleben, dass ihr Handeln keine Wirkung hat. Und Menschen, die dauerhaft keine Wirkung erleben, hören irgendwann auf zu handeln. Das ist keine Schwäche. Das ist menschlich.